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Neun Monate zum Vater werden
Nigel K., stolzer Vater einer Tochter:
Ich wusste, dass wir ein Kind gezeugt hatten. Ich wusste es an dem Tag, an dem es geschah. Und ich spürte, dass es mein Kind war, wirklich meines.
Als angehender Vater dürfen auch Sie sich schwanger fühlen. Die Schwangerschaft des Mannes ist keine biologische, sondern eine psychische mit körperlichen Merkmalen. Nicht nur die Frau wird runder, auch der Mann nimmt zu. Psychosomatische Beschwerden, Verdauungsprobleme und Depressionen können hinzu kommen.
Nehmen Sie die eigenen Gefühle und körperlichen Veränderungen ernst. Achten Sie auf sich und holen Sie sich Unterstützung. Bemühen Sie sich eine intensive *Beziehung zum Ungeborenen aufzubauen.
*Erst in den letzten Jahren hat der Familienforscher Wassilos Fthenakis herausgefunden, dass diejenigen Väter, welche bereits in der Schwangerschaft eine gute Beziehung zu Ihrem Kind aufbauen, bis hin zur Pubertät davon profitieren. Auch die Beziehung zu Ihrer Partnerin, verbessert sich dadurch erheblich.
Lesen Sie nachfolgen, wie Sie eine emotionalen Vater-Kind-Beziehung aufbauen.
Welche Formalitäten auf Sie zukommen und wie Sie sich optimal auf die Geburt vorbereiten können.
Tipps zur Vater-Kind-Beziehung
- Sprechen Sie mit dem Kind im Mutterleib. Singen Sie ihm ein Lied, erzählen Sie, was Sie alles vorbereiten und wie es Ihnen dabei geht.
- Geben Sie Ihrem Kind einen Namen, damit es kein "es" bleibt. Falls Sie keinen Namen haben, überlegen Sie sich einen Kosenamen.
- Umarmen Sie Ihr Baby im Bauch der Mutter. Streicheln und massieren Sie es sanft.
- Bitten Sie die Hebamme oder die Frauenärztin, Ihnen zu helfen, Kopf und Rücken zu ertasten.
- Erzählen Sie Ihrer Partnerin, was das Baby Ihrer Ansicht nach gerade denkt.
- Kaufen Sie mit Ihrer Partnerin zusammen die Erstausstattung und erzählen Sie Ihrem Kind davon.
- Hängen Sie die Ultraschallbilder auf, damit Sie Ihr Baby schon konkret vor Augen haben.
(Quelle: Väterhandbuch, W. Pudney, Judy Cottrell)
Formalitäten vor der Geburt
- Erziehungsgeld (Antragsformulare gibt es üblicherweise beim Bezirksamt)
- Infos zur Elternzeit(Bundesfamilienministerium, Broschürenstelle, Postfach: 201551, 53145 Bonn, www.bmfsfj.de - Artikelnummer 3415)
- Infos zum Kindergeld gibt es beim örtlichen Arbeitsamt (Bundesfamilienministerium, Broschürenstelle, Postfach: 201551, 53145 Bonn, www.bmfsfj.de - Artikelnummer 3417).
- Infos zum Thema Alleinerziehend beim Arbeitsamt (Bundesfamilienministerium, Broschürenstelle, Postfach: 201551, 53145 Bonn, www.bmfsfj.de - Artikelnummer 3606)
- Staatliche Hilfen für Familien (Bundesfamilienministerium, Broschürenstelle, Postfach: 201551, 53145 Bonn, www.bmfsfj.de - Artikelnummer 3409)
- Infos zum Thema Studieren mit Kind (Bundesfamilienministerium, Broschürenstelle, Postfach: 201551, 53145 Bonn, www.bmfsfj.de - Artikelnummer 3634)
- Infos zur Unterhaltsvorschusskasse gibt es beim örtlichen Jugendamt.
- Infos zur Mutter und Kind Stiftung (finanzielle Unterstützung für einkommensschwache Eltern) gibt es bei den Familienbildungsstätten oder Elternschulen.
- Infos zur Sozialhilfe (Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft, Postfach 500, 53105 Bonn, www.bmwi.de) oder www.sozialhilfe-online.de.
- Infos zur Berechnung des Teilzeitgehaltes (Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft, Postfach 500, 53105 Bonn, CD-Rom - Artikelnummer C 130)
- Erstellen Sie gemeinsam mit Ihrer Partnerin einen Finanzplan. Damit wissen Sie, ob das Geld reicht oder ob Sie sich einschränken müssen.
- Versicherungen überprüfen: Welche möchten Sie jetzt abschließen? Welche kündigen?
Checkliste für werdende Väter
- Begreifen Sie sich als aktiven Mann, der große Veränderungen erlebt. Dessen Gefühle, Gedanken und Fantasien besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.
- Nehmen Sie die Reaktionen Ihres Körpers ernst.
- Erlauben Sie sich, über Ihre Gefühle, wie Freude und Ängste, zu sprechen.
- Nehmen Sie aktiv an der Schwangerschaft teil.
- Besuchen Sie die Vorbereitungskurse oder die Vorsorgeuntersuchungen Ihrer Partnerin.
- Wählen Sie die Geburtssituation so, dass Sie nicht nur dabei sein dürfen, sondern so aktiv wie möglich beteiligt sind. Hausgeburten, Geburtshäuser und ambulante Entbindungen bieten gute Möglichkeiten.
- Besprechen Sie jetzt schon zukünftige Betreuungs- und Arbeitszeiten.
- Bereiten Sie das Nest vor. Die gemeinsame Suche nach der notwendigen Babyausstattung verbindet und macht Spaß! Und noch ein paar Fragen, die zum Nachdenken und für ein Gespräch mit der Partnerin gedacht sind:
- Was war meine spontane Reaktion, als ich erfahren habe, dass ich Vater werde?
- Haben sich meine Gefühle seitdem verändert?
- Worauf freue ich mich in Gedanken an meine Vaterschaft?
- Gibt es demgegenüber Dinge, die mir Sorgen bereiten?
- Wie möchte ich als Vater sein?
- Was werde ich anders machen als mein Vater?
- Was werde ich genauso machen wie mein Vater?
- Was soll mein Kind später einmal von mir denken?
- Welche Versprechen will ich mir und meinem Kind geben?
- Was möchte ich dem Neugeborenen als Erstes sagen?
- Wie kann ich sicherstellen, dass es mir gelingt, was ich mir vorgenommen habe?
- Wie wird die Beziehung zu meiner Partnerin aussehen?
- Was tun Sie gern mit ihrer Partnerin?
- Wie kann ich meine Partnerin in der ersten Zeit unterstützen?
- Wie viel Mitspracherecht werde ich bei der Erziehung haben?
- Wer kann mir mit Rat und Tat zur Seite stehen?
- Was gibt mir Kraft in Krisen oder Stresssituationen?
- Welche Schwierigkeiten gilt es aus dem Weg zu räumen?
- Welche Gewinne wird mir diese Erfahrung bescheren?
(Quelle: Kursbuch Familie, Holzberg)
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