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Die ersten Wochen nach der Geburt
Herzlichen Glückwunsch, Sie sind Vater geworden. Diese ersten Wochen nach der Geburt sind eine tolle Zeit. Eine Zeit zum feiern und vorausdenken.
Nachfolgend erfahren Sie, was in den ersten Wochen von Ihnen erwartet wird. Was Sie tun und was Sie besser lassen sollten.
Erwartungen
In den ersten Wochen nach der Geburt heißt Vater sein vor allem:
- Ansprechpartner für Behörden,
- liebevoller Partner am Wochenbett
- und Strippenzieher für Glück und Sicherheit der Familie zu sein.
Das klingt nach einer Aufgabe mit viel Verantwortung. Das soll Sie aber nicht abschrecken. Unsere Empfehlungen:
- Lassen Sie sich so lange wie nur möglich beurlauben und organisieren Sie sich Unterstützung für sich selbst. So können Sie auch mal tagsüber schlafen, wenn die Nacht zu kurz war.
- Auch wenn Sie verantwortungsvoll daran denken ihre Familie zu ernähren, sollten Sie nicht vergessen wie wichtig ihre Gegenwart gerade jetzt ist. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigen immer wieder wie wichtig die Anwesenheit des Vaters in den ersten Wochen für die Entwicklung des Kindes ist.
- Lassen Sie sich nicht auf die Rolle des Ernährers reduzieren. Erziehen Sie mit, erleben Sie Ihre Kinder.
Feiern
Eine Geburt ist ein freudiges Ereignis und deshalb sollten Sie ein Fest planen. Ihre Partnerin wird sich freuen, wenn Sie hier den ersten Schritt machen.
Wichtig ist, dass Sie sich auf eine Form einigen, die Ihnen beiden zusagt. Anregungen und praktische Tipps zum Feiern einer Geburt finden Sie im Väterhandbuch. Im folgenden ein sinngemäßer Auszug:
- Sie könnten ganz traditionell einen Baum pflanzen.
- Oder Sie laden Ihre männlichen Freunde ein und lassen sich feiern.
- Sie könnten auch Paten und Patinnen für Ihr Kind benennen. Diese laden Sie ein und erzählen, was Sie mit der Patenschaft verbinden. * Oder feiern Sie das gemeinsame Eintüten von Geburtskarten.
- Legen Sie in einem feierlichen Akt das erste Fotoalbum für Ihr Kind an. Dabei könnten Sie Ihre eigenen Kindheitsfotos hervorkramen und in Erinnerungen schwelgen.
- Oder Sie lassen Ihr Kind taufen und machen anschließend ein kleines Fest.
- Oder Sie lassen bei einer kleinen Feier Heliumluftballons steigen. Jeder Gast hängt eine Karte mit guten Wünschen dran.
- Oder Sie nutzen die Verleihung des Vornamen oder des Familiennamen als Anlass, die Geburt im Familienkreis zu feiern.
(Quelle: Väterhandbuch, W. Pudney, J. Cotrell)
Wochenbett-Tipps für Väter
- Nehmen Sie sich nach der Geburt mindestens zwei Wochen Urlaub, wenn möglich sogar Ihren Jahresurlaub. Die Zeit, die Sie jetzt investieren, zahlt sich später aus und stabilisiert das neue Familiensystem.
- Kochen Sie Mahlzeiten vor und frieren Sie diese ein. Es wird Sie entlasten, das Essen später nur noch aufwärmen zu müssen.
- Nehmen Sie die Unterstützung von Freunden an. Freunde können oft wunderbar kochen. Sie gewinnen dadurch Zeit für sich und Ihre Liebsten.
- Lassen Sie sich von der Hebamme in die Pflege des Babys einführen. Bei Fragen rufen Sie die Hebamme an oder holen sich Rat bei erfahrenen Vätern oder einem Väterzentrum.
- Schreiben Sie Fragen auf, die Sie der Hebamme stellen möchten.
- Vereinbaren Sie mit Ihrer Partnerin, wer welche Aufgaben erledigt. Naturgemäß fällt der Mutter das Stillen zu. Als Vater könnten Sie die Babypflege (es gibt in der Familienbildung Säuglingspflegekurse) übernehmen.
- Auch wenn das Wechseln der Windeln zunächst eher lästig erscheint, verzichten Sie nicht auf diese Gelegenheit des herzlichen Austauschs. Auch eine Babymassage eignet sich ganz besonders gut zur Kommunikation mit Ihrem Baby (Anleitung im Buch Kinder machen Männer stark von Ralf Ruhl).
Postnatale Depressionen (im Volksmund Wochenbettdepression) erkennen Sie anhand folgender Symptome:
- Plötzliche, scheinbar unerklärliche Weinkrämpfe oder untröstliches Weinen o Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Lethargie o Starke Anlehnungs- und Trostbedürftigkeit
- Schwierigkeiten beim Stuhlgang
- Schlafstörungen, Überdrehtheit trotz großer Müdigkeit, Alpträume
- Überängstlichkeit und starke Nervosität, Herzrasen, Panikattacken
- Gefühl ständiger Überforderung, gerade dem Neugeborenen gegenüber
- Innere Abwehr gegen Hautkontakt mit dem Kind
- Schuldgefühle, keine gute Mutter zu sein
(Quelle: Kursbuch Familie, Oskar Holzberg)
Hinweis: Falls Sie oder Ihre Frau unsicher über die Symptome sind, sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder der Frauenärztin. Professionelle Beratung und Hilfe erhalten Sie beim Kreisel e.V - auch Sie als Vater.
Formalitäten
"Das Erziehungsgeld bekommen Sie aber erst, nachdem Sie uns ..." Gehen Sie nach unserer Checkliste vor, dann bekommen Sie es sofort:
- Lassen Sie sich vom nächsten Standesamt Geburtsbescheinigungen ausstellen (gebührenpflichtig). Diese Bescheinigungen brauchen Sie für alle weiteren Anträge.
- Beantragen Sie Erziehungsgeld.
- Beantragen Sie Kindergeld.
- Beantragen Sie einen Kinderausweis. Auch Babys brauchen für Reisen ins Ausland einen Reisepass oder Kinderausweis.
- Lassen Sie Ihr Kind auf der Lohnsteuerkarte eintragen. Üblicherweise wird das Kind beim Mehrverdiener (Lohnsteuerklasse drei) beziehungsweise Alleinverdiener eingetragen. Wenn beide etwa gleich viel verdienen, wird auf jeder Karte ein halbes Kind eingetragen.
- Haben Sie ein geringes Einkommen? Dann beantragen Sie Wohngeld.
- Informieren Sie Ihre Krankenkasse und Ihre Versicherungen (Haftpflicht), damit Ihr Kind mitversichert ist.
- Beantragen Sie Mutterschaftsgeld für Ihre Frau bei der zuständigen Krankenkasse.
- Überlegen Sie, welche Versicherungen sinnvoll sein könnten.
Hinweis: Die Broschüre der Verbraucherzentrale Richtig versichert, viel Geld gespart gibt Ihnen eine gute Orientierung. Unter www.pwiepapi.de finden Sie Formulare des Bundesamtes für Finanzen.
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