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Kinder betreuen
Irgendwann wollen und können Sie nicht mehr den ganzen Tag für Ihre Kinder da sein. Sie wollen arbeiten. Oder Sie wollen mal gemeinsam mit der Partnerin in die Disco gehen.Doch wohin mit dem Kind? Für einen Abend oder einen Nachmittag geht das meist. Was aber wenn Sie an allen Werktagen eine Kinderbetreuung benötigen? Womöglich ganztags, während Sie arbeiten? Da wollen Sie Ihr Kind gut betreut wissen.
Lesen Sie, wie andere Väter die Betreuung organisieren. Welche professionellen Angebote und Einrichtungen es gibt. Ob Kinder in Firmen erwünscht sind und was Sie selber tun können um die Kinderbetreuungssituation zu verbessern, verraten wir Ihnen nachfolgend:
Betreuungsangebote
Professionelle Angebote und Einrichtungen, die nachfolgend vorgestellt werden, variieren in Preis und Qualität sehr stark. Gehen Sie deshalb immer vor Ort. Suchen Sie das persönliche Gespräch und fragen Sie nach den Kosten.
- Krippen: Betreuungseinrichtungen für Kinder von null bis drei Jahren. Kinder werden frühestens nach dem Mutterschutz (ab 2 Monaten) aufgenommen. Träger sind Städte und Gemeinden, Kirchen oder freie Verbände und Initiativen.
- Tagesmütter und -väter: Betreuen Kinder von null bis sechs Jahren. Die Betreuung findet meist in der Wohnung und in Kleinstgruppen statt. Oft sind Tagesmütter individueller, persönlicher und flexibler als Krippen oder Kindergärten. Vermittlungsmöglichkeiten gibt es bei Behörden oder Vereinen.
- Kindertagesstätten / Kindergärten: Betreuen Kinder zwischen zwei und sechs Jahren. Qualität und Ausrichtung des Weltbilds sind von Träger zu Träger verschieden. Träger sind Städte und Gemeinden, Kirchen oder freie Verbände und Initiativen. Übrigens haben Kinder ab dem dritten Lebensjahr einen rechtlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz!
- Horte: Betreuen schulpflichtige Kinder bis vierzehn Jahre. Die Betreuung findet nachmittags statt. Nur in den Ferien gibt es eine Ganztagsbetreuung. Generell gibt es ein pädagogisches Angebot. Träger sind Städte und Gemeinden.
- Ganztagsschulen: Betreuen schulpflichtige Kinder. Generell bieten Ganztagsschulen ein warmes Mittagessen und eine pädagogische Betreuung, wie etwa Hausaufgabenhilfe. Diese Schulform wird momentan noch stärker ausgebaut. Praxis-Tipp: Vielleicht ist es Ihnen zu lang, dass Ihr Kind die volle Woche in die Krippe geht. Die ganze Woche zuhause betreuen geht aber auch nicht. Ideal ist hier eine Mischung aus Teilzeit und Tagesmutter. Bspw. arbeiten Sie von Montag bis Donnerstag und Ihre Partnerin von Dienstag bis Freitag. Und Ihr Kind ist von Dienstag bis Donnerstag bei der Tagesmutter und hat am Montag seine Mutter und am Freitag seinen Vater. Und das Wochenende ist entspannter, da Sie diverse Dinge im Haushalt schon in der Woche erledigen können.
Weiterführende Infos: Broschüre des Bundesfamilienministeriums zur Kinderbetreuung in Tageseinrichtungen und Tagespflege
Angebote im Unternehmen
Ihr Arbeitgeber kann Sie bei der Kinderbetreuung aktiv unterstützen und kann selbst Angebote schaffen. Diese Angebote rechnen sich auch für den Arbeitgeber, wie eine Studie des Bundesfamilienministeriums beweist. Nachfolgend stellen wir verschiedene Maßnahmen vor:
- Kontinuierliche Kinderbetreuung: Ihre Firma kann Krippenplätze oder eine Tagesmutter organisieren. Belegplätze einer Kita in unmittelbarer Nachbarschaft bereithalten. In Kooperation mit anderen Unternehmen und Trägern einen Betriebskindergarten führen oder einen eigenen Kindergarten aufbauen. Wenn Sie und andere Eltern ein Betreuungsangebot für Kinder schaffen wollen, kann Sie Ihr Arbeitgeber unterstützen.
- Kurzzeitbetreuung: Für den Fall, dass die Tagesmutter krank ist, kann Ihr Unternehmen Notmütter oder einen Notfall-Kindergarten anbieten. Auch Angebote wie ein Eltern - Kind - Arbeitszimmer, in dem Sie für einen begrenzten Zeitraum arbeiten und Ihr Kind spielen kann, sind denkbar.
- Betreuung von Schulkindern: Schulen bieten nur ein zeitlich begrenztes Betreuungsangebot. Eine Betreuung nach der Schule ist daher oft notwendig. Ein Hort, eine Hausaufgabenbetreuung, ein Ferienangebot, Mittagessen für Kinder in der Kantine oder ein Spielbereich kann mit Hilfe des Arbeitgebers umgesetzt werden.
- Beratung zu Kinderbetreuung: Ihr Arbeitgeber kann Sie auch bei der Beratung und Vermittlung von Kinderbetreuung oder der Haushaltsorganisation unterstützen. Fragen Sie einfach mal nach oder regen Sie etwas an. Kinder und Karriere dürfen sich nicht ausschließen.
(Quelle: Beruf und Familie)
Hinweis: Wie solche Angebote in der Praxis von Unternehmen aussehen können, lesen Sie unter Erfolgsgeschichten.
Weiterführende Infos: Broschüre des Bundesfamilienministeriums zu betrieblich unterstützter Kinderbetreuung
Kinderbetreuungsangebote selber machen
Die Betreuung von Kindern steckt in manchen Firmen noch in den Kinderschuhen. Damit das Angebot für Kinder in Ihrer Firma aus- oder aufgebaut wird, sollten Sie einfach mit anpacken. Es gibt eine Reihe vorbildlicher Beispiele. Und eine aktuelle Studie stellt sogar die betriebswirtschaftlichen Vorteile von Betreuungsangeboten heraus. Wie Sie das Thema Kinderbetreuung in Ihrem Unternehmen voran bringen können:
- Sprechen Sie das Thema auf einer Betriebsversammlung an; fordern Sie den Betriebsrat auf, sich für die Verbesserung der Kinderbetreuung einzusetzen.
- Nutzen Sie hausinterne Medien wie Betriebszeitung, Intranet oder das Schwarze Brett um herauszufinden, wen dieses Thema noch angeht. Gemeinsam können Sie mehr erreichen!
- Sprechen Sie die Gleichstellungsbeauftragte oder den Gleichstellungsbeauftragten Ihres Unternehmens an. Bitten Sie um Unterstützung bei der Durchsetzung von Betreuungsangeboten für Kinder. Des weiteren können Sie auch Ihre Mitarbeitergespräche dafür nutzen sowie die Einrichtung von Foren oder Projektgruppen zum Thema initiieren.
- Wie tritt Ihr Arbeitgeber in der Öffentlichkeit auf? Stellt er sich als sozial eingestelltes oder gar familienfreundliches Unternehmen dar? Lassen sich daraus Argumente für die Einrichtung firmeninterner Betreuungsangebote ableiten?
Praxis-Tipp: Finden Sie heraus, welche Kolleginnen und Kollegen Interesse an einer von der Firma organisierten Kinderbetreuung haben. So lässt sich die betriebliche Kinderbetreuung oder eine Kooperation mit anderen Firmen gut begründen. Werfen Sie hierzu einen Blick auf die Erfolgsgeschichte.
Weiterführende Infos: * Infos zur Gründung von Elterinitiativen enthält die Broschüre des Bundesfamilienministeriums Eltern werden aktiv
Checkliste Kinder betreuen
Was finde ich gut? Und was ist für mein Kind gut? Die folgende Checkliste soll Ihnen eine Orientierungshilfe für die Suche nach einer für Sie und Ihr Kind passenden Kinderbetreuung geben:
- Wie viele Betreuungsstunden am Tag sind notwendig?
- Wie teilen Sie mit Ihrer Partnerin Hinbringen, Abholen, Betreuen, Haushalt auf?
- Wer kann zusätzliche Unterstützung bieten (Verwandte, Freunde, Nachbarn, Initiativen, Vereine)?
- Wie groß kann/soll die Entfernung zwischen Betreuungsform und Wohnung/Arbeitsstelle sein?
- Soll das Kind zu Hause betreut werden? Soll dabei zusätzlich leichte Hausarbeit/Einkäufe erledigt werden? (möglich z.B. bei Kinderfrau/Au-pair)
- Möchte ich eine fremde Person in meiner Wohnung haben?
- Wollen wir gemeinsam aus dem Haus gehen und gemeinsam wiederkommen?
- Soll die Betreuungsperson das Kind zu Hause abholen?
- Kann eine Nachbarin, Verwandte die Betreuung übernehmen?
- Soll das Kind früh mit anderen Kindern in Kontakt kommen und gemeinsam aufwachsen (Altersgemischte Kita, Krabbelgruppe, Tagesmutter mit mehreren Tageskindern)?
- In wieweit soll die Betreuung professionell und kontrollierbar sein?
- Lege ich Wert auf aktive Elternmitarbeit, habe ich auch Zeit dafür?
- Sind langfristige Perspektiven für die Schulzeit schon mit einbezogen?
Qelle: vbm-Dschungelbuch - Leitfaden für berufstätige Mütter, hrsg. Verband berufstätiger Mütter e.V., Köln 2002, S.44 (mit freundlicher Genehmigung des vbm)
Weiterführende Links: FAQ des Bundesfamilienministeriums zur Kindertagesbetreuung
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