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Flexibler Arbeiten
Zu anderen Zeiten arbeiten? Mal weniger, mal mehr oder generell weniger arbeiten? Bei der Vereinbarung von Beruf und Familie kann dies sehr hilfreich sein. Diese Erfahrung machen auch andere Väter.
Finden Sie heraus, welche Arbeitszeitveränderung Ihren Bedürfnissen entspricht. Nachfolgend stellen wir Arbeitszeitmodelle vor und geben Tipps zur konkreten Umsetzung:
Arbeiten, wann und wieviel ich will? Nachfolgende Modelle zeigen, was möglich ist:
- Gleitzeit: Beginn und Ende Ihrer Arbeitszeit sind in einem bestimmten Rahmen flexibel. Dazwischen liegt möglicherweise eine Kernzeit mit einer Anwesenheitspflicht.
- Arbeitszeiterfassung / Zeitkonto: Ihre Arbeitszeit wird kontinuierlich erfasst. Zeiten, in denen Sie mehr arbeiten, führen zu einem Zeitguthaben. In ruhigeren Zeiten kann dieses Zeitguthaben ausgeglichen werden. Zeitguthaben oder Zeitschuld sollten nur bis zu einem bestimmten Limit angesammelt werden.
- Jahresarbeitszeit: Ähnlich wie das Zeitkonto, mit dem Unterschied, dass Zeitguthaben oder Zeitschuld innerhalb eines Jahres ausgeglichen werden müssen.
- Flexible Pausen: Sie bestimmen Länge und Lage Ihrer Pausen mit. So können Sie Ihre Kinder auch mal in der Pause sehen.
- Urlaubsregelungen / Zusatzurlaub / Sonderurlaub: In die jährliche Urlaubsplanung werden die Urlaubszeit Ihrer Partnerin und die Schulferien Ihrer Kinder miteinbezogen. Aus familiären Gründen erhalten Sie (bezahlten) Zusatzurlaub oder (unbezahlten) Sonderurlaub.
Quelle: Hertie-Stiftung: Maßnahmen einer familienbewußten Personalpolitik
Teilzeit ist vielfältig
Es gibt heute eine Vielzahl von Teilzeit-Modellen, die unterschiedlichen Anforderungen und Qualifikationen gerecht werden. Wir stellen Ihnen nachfolgend die gängigsten Modelle vor:
- Jeden Tag weniger: Sie arbeiten fünf bis sieben Stunden am Tag, bei einer Fünfundzwanzig- bis Fünfunddreißigstundenwoche. Für Alltägliches wie Kinder abholen, einkaufen, Spielplatz und ausspannen bleibt so einfach mehr Zeit.
- Ganze freie Tage: Sie arbeiten drei oder vier Tage, jedoch nicht mehr als zweiunddreißig Stunden in der Woche. So können Sie an den freien Tagen Ihre Kinder genießen, sie zum Kindergarten bringen und Wäsche machen.
- Halbe freie Tage: Sie arbeiten vormittags, Ihre Partnerin nachmittags. Oder umgekehrt. So können Sie sich abwechselnd um Kinder und Haushalt kümmern.
- Wechselnde Wochen frei: Sie haben eine Woche pro Monat oder jede zweite Woche frei.
- Aus eins mach zwei: Sie teilen sich eine volle Stelle mit einer Kollegin oder einem Kollegen. Wann Sie die halbe Arbeitszeit ableisten, sprechen Sie mit Kollegen und Arbeitgeber ab.
- Teilzeit im Team (ab drei Personen): Als Team sind Sie verantwortlich, bestimmte Zeiten abzudecken. Wer wann arbeitet, verhandeln Sie im Team.
- Reduzierte Jahresarbeitszeit: In Absprache mit Ihrem Arbeitgeber bestimmen Sie Ihre Jahresarbeitszeit. So könnten Sie festlegen, ein halbes Jahr achtzig Prozent und das andere halbe Jahr vierzig Prozent zu arbeiten.
- Sabbatical: Ein Sabbatical ist ein längerer, arbeitsfreier Zeitraum. Sie können die freie Zeit im voraus ansparen, indem Sie beispielsweise vierzig Stunden in der Woche arbeiten, aber nur für dreißig bezahlt werden. Vorteil: Nach vier Jahren haben Sie ein Jahr frei und beziehen dasselbe Gehalt.
Was bringt mir Teilzeit?
Sicherlich mehr Zeit für Ihre privaten Interessen. Ihre Kinder erfahren es als Normalität, dass sich ihr Vater genauso intensiv um sie kümmert wie die Mutter. Ihr Familienleben entspannt sich, da Sie Zeit haben für intensive Beziehungen. Da Sie Ihren Interessen mehr Raum geben, steigt die Lebensqualität.
Motivation und Kreativität kommen in dem Maße zurück, wie sich Stress abbaut. Auch finanziell ergeben sich einige Vorteile. So zahlen Sie im Verhältnis weniger Steuern und Sozialabgaben. Das hat mit einer günstigeren Steuerprogressions-Stufe zu tun. Rechnen Sie doch mal nach. Und auch Ihr Arbeitgeber sollte es zu schätzen wissen, dass Sie in der Familie viele Qualifikationen erlangen, die in jedem Betrieb gerne gesehen werden. Praxis-Tipp: Wenn Ihre Partnerin nach der Geburt vielleicht erst einmal weniger arbeiten wird als vorher und Sie Teilzeit arbeiten wollen, werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass Erziehungsgeld und Kindergeld die dabei entstehende Lücke nicht schließen werden. Aber lassen Sie sich dadurch nicht beirren. Überlegen Sie viel mehr, auf was Sie momentan gerade verzichten könnten. Und Anschaffungen für Ihr Kind können Sie sich gut schenken lassen oder auch mal gebraucht kaufen. Denn gerade jetzt richtig Zeit zu haben, lässt sich eigentlich mit nichts aufwiegen!
Recht auf Teilzeit - Checkliste Teilzeit
Mit dem noch relativ neuen Gesetz zur Teilzeitarbeit haben Sie erstmals ein einklagbares Recht auf Teilzeit. Vorausgesetzt, Sie arbeiten bereits länger als sechs Monate in einem Betrieb mit mehr als fünfzehn Beschäftigten.
Wenn Sie ernsthaft Teilzeit arbeiten wollen, haben wir eine sehr hilfreiche Checkliste für Sie erstellt.
Die Mutigen arbeiten Teilzeit
Sind Sie selbst von Teilzeit überzeugt, müssen Sie oft noch Ihr soziales Umfeld überzeugen. Denn leider gibt es immer noch immer viele Vorurteile, wie: "Fach- und Führungskräfte können nicht Teilzeit arbeiten" oder "Bei uns in der Produktion funktioniert das nicht" und "Teilzeitarbeit kostet zu viel Geld" oder ganz ignorant: "Karrieren werden bei uns nach achtzehn Uhr gemacht".
Dabei gibt betriebswirtschaftliche Argumente, die jeden Manager rechnen lassen:
- Teilzeit-Mitarbeiter sind hoch motiviert, kreativer und ausgeglichener, weil sie ihren privaten Bedürfnissen ausreichend Raum geben.
- Teilzeit-Mitarbeiter tragen mit ihrer Ausgeglichenheit zu einem besseren Betriebsklima bei, mit allen Folgen der Effizienzsteigerung.
- Teilzeit-Mitarbeiter sind weniger krank und wechseln nicht so oft den Arbeitgeber.
- Unternehmen, die der Teilzeit positiv gegenüberstehen, steigern ihre Attraktivität gegenüber Fachkräften.
- Teilzeit-Mitarbeiter arbeiten zielorientierter und produktiver.
- Teilzeit-Mitarbeiter bringen soziale Kompetenzen aus dem Familienleben in das Unternehmen ein. (Quellen: Fairplay-at-work für Väter; BMWA: Teilzeit: Neue Perspektiven - Menschen, Motive, Modelle)
Hinweis: Innerhalb der ElternzeitSie haben ein Recht auf Teilzeit. Weitere Informationen dazu finden Sie unter Elternzeit.
Praxis-Tipps:
- Flexible Arbeitszeitmodelle haben nicht nur Vorteile für Sie sondern auch für Ihren Arbeitgeber. Er kann besser auf Auftragsveränderungen reagieren und hat motiviertere Mitarbeiter, da diese entspannter Job und Familie unter einen Hut bekommen können.
- Das Info-Telefon des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales für Fragen rund um die Teilzeit, erreichbar montags bis donnerstags von 8 bis 20 h unter 01805 / 67 67 14.
Weiterführende Links:
- Studie zu ökonomischen Vorteilen familienbewusster Maßnahmen
- Buch-Tipp: Jürg Baillod: Chance Teilzeitarbeit
- Buch-Tipp: Judith Kerschbaumer: 111 Tipps zur Teilzeitarbeit
Medien-Tipps
- Mit der Teilzeit-Checkliste sicher in die Teilzeit.
- Einen guten Überblick zum Recht auf Teilzeit enthält die Broschüre "Teilzeit: Alles, was Recht ist".
- Allgemeine Informationen zur Teilzeitarbeit finden Sie beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, u.a. auch mit einem FAQ zu Teilzeit.
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