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Entlastungsstrategien
Immer mehr Männer überdenken ihr Selbstverständnis. Das bestätigen aktuelle Studien, wie zum Beispiel die „LBS-Familienstudie“ von Fthenakis:
67 % der Väter sehen sich als Erzieher und nicht nur als Ernährer im klassischen Sinne. Dennoch stellen sie sich die Frage, wie sie mit dem quälendem Gefühl umgehen, dass nie genug Zeit für die Familie und sich selber da ist?
Wir wollen helfen dieses "quälendem Gefühl" abzubauen. Die nachfolgenden Strategien unterstützen Sie in typischen Lebensbereichen Familie und Beruf besser zu vereinbaren:
Betrieblicher Alltag
- Bevor Sie mit ihrem Chef oder Vorgesetzten über Arbeitsreduzierung reden, informieren Sie sich hier oder bei Ihrem Betriebsrat über mögliche Unterstützung. Suchen Sie andere Väter, die ein ähnliches Interesse haben.
- Sondieren Sie erst die Stimmung in Ihrer Abteilung und sprechen Sie nicht nur mit Männern, sondern auch mit Frauen, z.B. der Gleichstellungsbeauftragten. Schließen Sie sich zusammen und informieren Sie sich über aktuelle Studien (Engagierte Vaterschaft von Fthenakis, www.fthenakis.de, unter www.iaiz.de oder www.vaeter.de), um sich für ein Gespräch mit dem Chef gut vor zu bereiten.
- Sie sind nicht allein! 77 % aller Männer möchten laut einer Forsa-Studie (2005) Teilzeit arbeiten (www.teilzeitinfo.de).
- Sammeln Sie alle Argumente, die für den Betrieb von Vorteil sind, wenn auch Väter Arbeitszeit reduzieren (siehe www.beruf-und-familie.de, www.vaeter.de/beruf).
- Geben Sie dem Chef klar an, wann Sie zu Hause sein wollen und stellen Sie es als organisatorisches Problem dar, nicht als Generationenkonflikt (zwischen ihren Prioritäten und den ihres Chefs). Denken Sie daran, dass viele Vorgesetzte ihren Posten dadurch bekommen haben, dass sie familiäre Opfer gebracht haben bzw. eine Frau haben, die Ihnen den Rücken frei hält.
- Führen Sie klare Vertretungsregeln im Team/Abteilung ein.
- Telearbeit schafft Ihnen mehr flexible Zeit für sich und ihre Kinder.
- Nutzen Sie gezielt ihre Gleitzeit, um auch bei Krankheit und Aufführungen Ihrer Kinder frei zu nehmen.
- Initiieren Sie ein Väternetzwerk (oder Focusgruppe) im Betrieb (mit anderen Väter/ dem Betriebsrat/ der Gleichstellungsbeauftragen), um sich gegenseitig zu unterstützen.
- Führen Sie bei sich die Plus-null-Regel: Wenn Sie eine zusätzliche Aufgabe annehmen, geben Sie konsequent eine alte dafür ab.
- Planen Sie einen Tag voraus (to do Liste), um zu Hause besser abschalten zu können.
Eigene Bedürfnisse
- Erobern sie sich „Miniferien“ (1 Std. am Tag, einen Tag im Monat oder mehr - in Absprache mit ihrer Partnerin).
- Pflegen Sie Ihre Beziehungen und Hobbys (überlassen Sie das nicht Ihrer Frau).
- Entscheiden Sie sofort – aufgeschobene Entscheidungen setzen Sie unter Stress und Anspannung.
- Suchen Sie sich Gleichgesinnte für den Austausch und Unternehmungen mit den Kindern und machen Sie das, was Ihnen Spaß macht (und nicht nur den Kindern).
- Suchen Sie nach ihren persönlichen Zeitfressern (siehe auch Übung auf www.vaeter.de).
- Schaffen Sie sich eine Pufferzone zwischen der Arbeit und „dem Nachhausekommen“.
- Machen Sie konkrete Absprachen mit Ihrer Partnerin wegen der Kinderbetreuung. Das schafft für beide Freiräume. Es müssen nicht immer beide anwesend sein.
- Suchen Sie sich Gleichgesinnte, mit denen Sie über Ihre Sorgen und Freuden des Alltags der Familie reden können (VÄTER e.V. unterstützt Sie in der Suche nach Gleichgesinnten oder Vätergruppen).
Partnerschaft
- Führen Sie regelmäßige Paarabende ein.
- Gönnen Sie sich als Paar eine Pause nach dem Zubettbringen.
- Abwechselnd einmal im Monat ein Candle-light Dinner planen.
- Schaffen Sie ein Nachbarnetzwerk für Babysitterdienste oder informieren Sie sich über andere Betreuungsdienste (VÄTER e.V., Oma-Hilfsdienst, Familienbildungsstätten).
- Sich nicht scheuen, rechtzeitig Paarberatung und professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen (VÄTER e.V. vermittelt gute Paarberater – 040/39908539).
- Führen Sie eine klare Aufgabenverteilung ein (incl. Haushaltsplan).
- Fragen Sie ihre Eltern / Schwiegereltern, ob Sie einmal im Monat die Kinder übernehmen können.
- Führen Sie einen Familienrat ein (Besprechung aller Fragen und Wünsche in der Familie einmal die Woche).
- Kochen Sie große Portionen, die Sie einfrieren können.
- Erstellen Sie einen Nothilfekoffer, falls alles zusammenbricht (Telefonnummern von Großeltern, Babysittern, Schlafgewohn-heiten des Kindes, Handynummern, Beschreibung, wie sich das Kind am besten trösten lässt)
Kinder
- Führen Sie eine Zeitinsel zwischen Firma und „Nachhausekommen“ ein.
- Vereinbaren Sie mit ihren Kinder spezielle „Exclusive-Phasen“ oder tägliche Rituale (Vorlesen, einmal telefonieren, morgens in den Kindergartengarten bringen, Wochenendfahrt, Vater-Kind Brunch bei VÄTER e.V.).
- Laden Sie ihre Kinder in die Firma zum Essen ein oder gehen Sie in einer verlängerten Mittagspause mit ihnen Essen.
- Führen Sie einen freien Nachmittag alle zwei Wochen für die Kinder ein.
- Organisieren Sie einen Großvater-Vater-Kind Tag.
- Zeigen Sie Ihrem Kind den Arbeitsplatz.
- Planen Sie gemeinsame Ausflüge (siehe unser Veranstaltungskalener oder www.bangerang.de)
- Führen Sie einen „Hängemattentag“ ein. Bei dem Sie keine Planungen machen, sondern sich von Ihrer Stimmung und den Ideen Ihrer Kinder treiben lassen.
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Hinweis: Sie haben die Möglichkeit sich bei uns telefonisch beraten zu lassen. Telefon: (040) 39 90 85 39, Ansprechpartner: Volker Baisch







